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Kooperation der Seminare für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte

In Artikel 24 der im Jahr 2008 ratifizierten Behindertenrechtskonvention wird die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in das allgemeine Bildungssystem und damit das zielgleiche und zieldifferente Lernen von Schülerinnen und Schülern in der allgemeinen Schule gefordert. In der aktuellen Version des Schulgesetzes aus dem Jahr 2015 sind diese Vorgaben für die einzelnen Schularten gesetzlich verankert. Für die Verwirklichung inklusiver Bildung ist das Zusammenwirken der allgemeinen Pädagogik mit der Sonderpädagogik eine unabdingbare Voraussetzung. Um die erforderlichen Kompetenzen im Umgang mit unterschiedlichen Ausprägungen von Heterogenität zu erwerben, müssen die Lehrkräfte aller Schularten daher in den verschiedenen Ausbildungsphasen für den gemeinsamen Unterricht aller Schülerinnen und Schüler vorbereitet und fortgebildet werden.

Da kooperative Prozesse für die inklusive Beschulung von besonderer Bedeutung sind und das Gelingen maßgeblich beeinflussen, soll ein Fokus im Rahmen der Ausbildung auf die Beobachtung dieser Prozesse in unterschiedlichen Praxisfeldern sowie auf deren Planung und Reflexion gelegt werden. Deshalb sieht das Ausbildungskonzept für inklusive Bildungsangebote der Abteilung Sonderpädagogik des Seminars Heidelberg u.a. die enge Kooperation mit den Seminaren anderer Schularten vor. Zielsetzung dieser Zusammenarbeit ist es, bereits im Rahmen des Vorbereitungsdienstes Praxisfelder zu schaffen, in denen Lehramtsanwärterinnen und -anwärtern der Sonderpädagogik und Lehreranwärterinnen und -anwärtern aus dem allgemeinen Schulbereich gemeinsame Begegnungen, Praxiserprobungen und Lernerfahrungen ermöglicht werden.

Derzeit bestehen Kooperationen mit den Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung Mannheim, Pforzheim und der Abteilung Gymnasien des Seminars Heidelberg.
Dabei sind die folgenden Ausbildungsmodule in diesem Kooperationsbereich vorgesehen:
• Gemeinsame Seminarveranstaltungen
• Hospitationen in inklusiven Settings oder in kooperativen Organisationsformen mit Auswertung und Reflexion (Seminare Mannheim und Pforzheim)
• Gegenseitige Hospitationen und Unterrichtsversuche in den Ausbildungsschulen der jeweils anderen Schularten
• Gemeinsame Planung und Durchführung von Unterricht im Tandem LA (Sonderpäda-gogik) - LA (GS)
• Tandemausbildung: LA (Sonderpäd.) und LA (GS) in inklusiven Settings oder in Schulen mit sog. kooperativen Organisationsformen

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