Lernen

Herzlich willkommen in der

Fachrichtung Lernen

Der Auftrag der Ausbildung in der Fachrichtung Lernen besteht darin, die Anwärterinnen und Anwärter für die Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen mit länger anhaltenden Schwierigkeiten im schulischen Lernen zu qualifizieren, welche vielfach gekoppelt sind mit erschwerten soziokulturellen Lebenslagen und häufig auch mit besonderen Entwicklungsbedingungen im emotionalen und sozialen Bereich. Diese Kinder und Jugendlichen haben einen Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot im Sinne des Bildungsplans „Förderschule (2008)“, welcher sowohl am Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) Lernen als auch in inklusiven Bildungsangeboten an allgemeinen Schulen einzulösen ist.

Der besondere Erziehungs- und Bildungsauftrag in der Fachrichtung Lernen besteht darin, diesen Kindern und Jugendlichen durch sonderpädagogische Bildungsangebote eine selbstständige Lebensführung sowie maximale gesellschaftliche Aktivität und Teilhabe zu ermöglichen. Dabei erstrecken sich die Bildungsangebote über den Zeitraum vom frühen Kindesalter (Frühförderung) über die gesamte Schullaufbahn bis zur Eingliederung ins Arbeits- und Erwerbsleben mittels berufsvorbereitender und berufsbegleitender Maßnahmen. Somit nimmt auch die Ausbildung nicht ausschließlich schulisches Lernen dieser Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Blick.

Neben der schulpraktischen Ausbildung an einer Schule (SBBZ Lernen oder in inklusiven Bildungsangeboten) findet die Ausbildung am Seminar schwerpunktmäßig im Rahmen von fachspezifischen Ausbildungsgruppen statt. In der ersten Fachrichtung treffen sich alle Anwärterinnen und Anwärter einer Ausbildungsgruppe (in der Regel sechs bis acht Personen) während der Schulwochen donnerstagvormittags unter der Leitung einer Ausbilderin / eines Ausbilders am Seminar. Daneben werden begleitende fachrichtungsübergreifende Seminare angeboten. 

Auch in der zweiten Fachrichtung bilden wir in Ausbildungsgruppen aus. Diese treffen sich an individuell vereinbarten Terminen im dritten Ausbildungshalbjahr. Ergänzt wird diese Phase durch fachrichtungsspezifische Seminarangebote.

In der Ausbildungsgruppe werden aktuelle Anliegen aufgegriffen, Praxiserfahrungen reflektiert, Anforderungen bei den Unterrichtsbesuchen, im Verlauf des Vorbereitungsdienstes und in den Prüfungen kommuniziert und erarbeitet sowie fachspezifische Themen bearbeitet, die bedeutsam sind für die Praxis im Lehramt Sonderpädagogik, hier in der Fachrichtung Lernen. Hier können nur Beispiele aufgezählt werden: Arbeit mit dem Bildungsplan, individuelle Lern- und Entwicklungsbegleitung, Analyse der individuellen Lernausgangslagen, Unterrichtsmethoden in analogen und digitalen Lernumgebungen, Differenzierung etc.

Sonderpädagogisches Handlungsfeld

Über den gesamten Vorbereitungsdienst hinweg wird in mindestens einem Sonderpädagogischen Handlungsfeld (SPH) ausgebildet.

Wie bereits im Studium wird auch im Vorbereitungsdienst ein SPH aus einem der Bereiche

• Sonderpädagogischer Dienst, Kooperation, inklusive Bildungsangebote
• Frühförderung sowie frühkindliche Bildung und Erziehung von Kindern mit Behinderungen
• Ausbildung, Erwerbsarbeit und Leben

verpflichtend durchgeführt.

Darüber hinaus sind weitere Handlungsfelder aus anderen Bereichen möglich und Teil der Ausbildung:

• Religiöse Erziehung in der Sonderpädagogik
• Kulturarbeit, Gestalten und Lernen
• Unterricht mit kranken Kindern und Jugendlichen
• Leiblichkeit, Bewegung und Körperkultur
• Sprache und Kommunikation

Die Ausbildung in den Sonderpädagogischen Handlungsfeldern wird getragen von einer umfassenden, mehrperspektivischen und auch multidisziplinären Sicht auf sonderpädagogisches Arbeiten, das in unterschiedlichen Feldern, in unterschiedlichen Institutionen und mit vielfältigen Kooperationspartnern stattfindet mit dem Ziel, den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Aktivität und Teilhabe zu ermöglichen.

Für den Vorbereitungsdienst für das Lehramt Sonderpädagogik wurden mehrere  Kompetenzbereiche für alle Fachrichtungen festgelegt. 

Auf einzelne sei im Folgenden im Hinblick auf die Fachrichtung Lernen verwiesen.

Diagnostizieren und sonderpädagogische Maßnahmen planen und umsetzen

Die diagnostischen Kompetenzen der Anwärterinnen und Anwärter werden über das Verfassen prozessdiagnostisch angelegter Schülerbeschreibungen erweitert. Ausgehend von tatsächlichen Fragestellungen, die sich im schulpraktischen Zusammenhang ergeben, wird in vielfältigen Seminarveranstaltungen das diagnostische Vorgehen der Anwärterinnen und Anwärter erweitert und vertieft.

Unterrichten

Folgende Prinzipien in der Gestaltung von Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche halten wir in der Fachrichtung Lernen für besonders wichtig:

• Kompetenzorientierung
• Lebensweltorientierung
• Beziehungsarbeit
• Handlungsorientierung
• Individualisierung und Differenzierung
• Selbstständigkeit und Selbsttätigkeit

Dabei steht die gesamte unterrichtliche und auch außerschulische (siehe oben) Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen unter der handlungsleitenden Perspektive der individuellen Lern- und Entwicklungsbegleitung (ILEB).

Die jeweilige Gewichtung und Ausgestaltung der genannten Prinzipien wird dabei entscheidend von der jeweiligen (schul-) praktischen Situation der Anwärterinnen und Anwärter bestimmt und im Verlauf des Vorbereitungsdienstes reflektiert und angepasst.

Kooperieren und beraten

Beratungskompetenzen gewinnen im beruflichen Kontext eines Sonderpädagogen immer mehr an Bedeutung. Schülerinnen und Schüler, Eltern und Kolleginnen und Kollegen an Regelschulen sind Adressaten dieser Beratung.

Die Beratungs- und Gesprächsführungskompetenzen der Anwärterinnen und Anwärter werden daher in Theorie und Praxis reflektiert und weiter entwickelt. Dabei versuchen wir, vermehrt auch Realsituationen mit tatsächlichen Fragestellungen aus der Praxis zu ermöglichen.

Weitere Informationen finden Sie auf dieser Homepage

• in der derzeit gültigen Prüfungsordnung
• und in den für jeden Kurs aktualisierten Leitfäden für den Vorbereitungsdienst.

 

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